Der Engel der Gemeinde von Sardes - die "Wiedergeborenen Christen"

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In der Offenbarung des Johannes im 3. Kapitel werden die 7 Sendschreiben an die 7 Engel der 7 Gemeinden erwähnt.  In der heutigen Türkei gab es damals in der Tat diese 7 Gemeinden  - Ephesus, Smyrna, Pergamon, Thyatira, Sardes, Philadelphia und Laodicea. Es gibt aber auch die Auffassung, daß diese Gemeinden Kirchengeschichte bzw. unterschiedliche Konfessionen darstellen würden. So ist Ephesus die erste Gemeinde, und nur bei ihr wird erwähnt, daß sie die erste Liebe verläßt. Thyatira ist meiner Meinung nach die Katholische Kirche, so sind ihre letzten Werke mehr als die ersten und das Weib Isebel dürfte der heftig umstrittene Marienkult sein. Die Gemeinde von Laodicea wird von Gott verworfen, da es sich um reiche, laue Christen handelt, die keine wahre Liebe haben.

Wer aber ist die Gemeinde von Sardes?

In Offenbarung 3, 1-6 heißt es:

"Und dem Engel der Gemeinde zu Sardes schreibe: Das sagt, der die sieben Geister Gottes hat und die sieben Sterne: Ich weiß deine Werke; denn du hast den Namen, daß du lebest, und bist tot. Werde wach und stärke das andere, das sterben will; denn ich habe deine Werke nicht völlig erfunden vor Gott.  So gedenke nun, wie du empfangen und gehört hast, und halte es und tue Buße. So du nicht wirst wachen, werde ich über dich kommen wie ein Dieb, und wirst nicht wissen, welche Stunde ich über dich kommen werde. Aber du hast etliche Namen zu Sardes, die nicht ihre Kleider besudelt haben; und sie werden mit mir wandeln in weißen Kleidern, denn sie sind's wert. Wer überwindet soll mit weißen Kleidern angetan werden, und ich werde seinen Namen nicht austilgen aus dem Buch des Lebens, und ich will seinen Namen bekennen vor meinem Vater und vor seinen Engeln. Wer Ohren hat, der höre, was der Geist den Gemeinden sagt!"

Einen eindeutigen Hinweis finden wir hier: "Ich weiß deine Werke; denn du hast den Namen, daß du lebest, und bist tot." Welche Kirche hat den Namen, daß sie lebt? Als einzige der einigermaßen bedeutenden christlichen Konfessionen sind dies die "Wiedergeborenen Christen", auch "Evangelikale" oder "Bibeltreue Christen" genannt. Sie haben den Namen, daß sie leben - wiedergeboren! Zudem bezeichnen sie sich als "Lebendige Gemeinde", die im Gegensatz zu den "geistlich Toten" Evangelischen und Katholiken den "wirklich wahren Gauben" haben. Doch warum sollten ausgerechnet diese "Wahren Christen", die nach ihrem eigenen Selbstverständnis die einzig seligmachende Glaubensauffassung darstellt, geistlich tot sein?

Nun, die Begründung ist deutlich: "Ich weiß deine Werke; denn du hast den Namen, daß du lebest, und bist tot. Werde wach und stärke das andere, das sterben will; denn ich habe deine Werke nicht völlig erfunden vor Gott."

Fast alle wiedergeborenen Christen betonen, daß allein der Glaube an den Herrn Jesus Christus für das Seelenheil eines Menschen entscheidend sei und gute Werke völlig unnütz seien. Daher verachten viele bibeltreue Christen Menschen, die sich sozial engagieren, da sie angeblich aus eigenen Werken gerecht sein wollen und Jesus nicht ihr Leben gegeben haben, somit also nicht wiedergeboren seien und verloren gingen, also in die ewige Hölle fahren würden. Aus Sicht der wiedergeborenen Christen haben angeblich alle Menschen die ewige Hölle verdient (auch sie selbst!). Da sie an Jesus Christus glauben, kommen sie aber nach eigener Auffassung als einzige Gemeinde nicht dorthin.

Was sagt die Offenbarung dazu? "Werde wach und stärke das andere, das sterben will; denn ich habe deine Werke nicht völlig erfunden vor Gott."

"Stärke das, was sterben will", oder nach anderer Übersetzung auch "was im Begriff ist zu sterben." Das könnten die bitter armen Menschen dieser Welt sein - in Afrika, aber leider teilweise auch in Europa und in Deutschland.

Auch lehrt die Bibel an zahlreichen Stellen, daß Nächstenliebe und gute Werke heilsnotwendig sind, wenn man dazu die Möglichkeit hat:

"Was hilft's, Brüder und Schwestern, wenn jemand sagt, er habe Glauben, und hat doch keine Werke? Kann denn der Glaube ihn selig machen? Wenn ein Bruder oder eine Schwester nackt ist und Mangel hat an täglicher Nahrung und jemand unter euch spricht zu ihnen: Geht hin in Frieden, wärmt euch und sättigt euch!, ihr gebt ihnen aber nicht, was der Leib nötig hat – was hilft ihnen das? So ist auch der Glaube, wenn er nicht Werke hat, tot in sich selber. Aber es könnte jemand sagen: Du hast Glauben, und ich habe Werke. Zeige mir deinen Glauben ohne die Werke, so will ich dir meinen Glauben zeigen aus meinen Werken. Du glaubst, dass nur einer Gott ist? Du tust recht daran; die Teufel glauben's auch und zittern."  (Jakobus 2, 14-19).

und weiter:

Matthäus 25, 14-30:

"14 Denn es ist wie mit einem Menschen, der außer Landes ging: Er rief seine Knechte und vertraute ihnen sein Vermögen an; 15 dem einen gab er fünf Zentner Silber, dem andern zwei, dem dritten einen, jedem nach seiner Tüchtigkeit, und ging außer Landes. Sogleich 16 ging der hin, der fünf Zentner empfangen hatte, und handelte mit ihnen und gewann weitere fünf dazu. 17 Ebenso gewann der, der zwei Zentner empfangen hatte, zwei weitere dazu. 18 Der aber einen empfangen hatte, ging hin, grub ein Loch in die Erde und verbarg das Geld seines Herrn. 19 Nach langer Zeit kam der Herr dieser Knechte und forderte Rechenschaft von ihnen. 20 Da trat herzu, der fünf Zentner empfangen hatte, und legte weitere fünf Zentner dazu und sprach: Herr, du hast mir fünf Zentner anvertraut; siehe da, ich habe fünf Zentner dazugewonnen. 21 Da sprach sein Herr zu ihm: Recht so, du guter und treuer Knecht, du bist über wenigem treu gewesen, ich will dich über viel setzen; geh hinein zu deines Herrn Freude! 22 Da trat auch herzu, der zwei Zentner empfangen hatte, und sprach: Herr, du hast mir zwei Zentner anvertraut; siehe da, ich habe zwei dazugewonnen. 23 Sein Herr sprach zu ihm: Recht so, du guter und treuer Knecht, du bist über wenigem treu gewesen, ich will dich über viel setzen; geh hinein zu deines Herrn Freude! 24 Da trat auch herzu, der einen Zentner empfangen hatte, und sprach: Herr, ich wusste, dass du ein harter Mann bist: Du erntest, wo du nicht gesät hast, und sammelst ein, wo du nicht ausgestreut hast; 25 und ich fürchtete mich, ging hin und verbarg deinen Zentner in der Erde. Siehe, da hast du das Deine. 26 Sein Herr aber antwortete und sprach zu ihm: Du böser und fauler Knecht! Wusstest du, dass ich ernte, wo ich nicht gesät habe, und einsammle, wo ich nicht ausgestreut habe? 27 Dann hättest du mein Geld zu den Wechslern bringen sollen, und wenn ich gekommen wäre, hätte ich das Meine wiederbekommen mit Zinsen. 28 Darum nehmt ihm den Zentner ab und gebt ihn dem, der zehn Zentner hat. 29 Denn wer da hat, dem wird gegeben werden, und er wird die Fülle haben; wer aber nicht hat, dem wird auch, was er hat, genommen werden. 30 Und den unnützen Knecht werft hinaus in die äußerste Finsternis; da wird sein Heulen und Zähneklappern."

Kommentar von mir: Jesus ist mit Sicherheit kein harter Mann!

 

Im Matthäus-Evangelium finden wir dazu das Gleichnis Jesu von den ungleichen Söhnen, das er den Hohepriestern und Ältesten predigte - heute würde er es unter anderem den Bibeltreuen Christen predigen:

"28 Was meint ihr aber? Es hatte ein Mann zwei Söhne und ging zu dem ersten und sprach: Mein Sohn, geh hin und arbeite heute im Weinberg. 29 Er antwortete aber und sprach: Ich will nicht. Danach aber reute es ihn, und er ging hin. 30 Und der Vater ging zum andern Sohn und sagte dasselbe. Der aber antwortete und sprach: Ja, Herr!, und ging nicht hin. 31 Wer von den beiden hat des Vaters Willen getan? Sie sprachen: Der erste. Jesus sprach zu ihnen: Wahrlich, ich sage euch: Die Zöllner und Huren kommen eher ins Reich Gottes als ihr. 32 Denn Johannes kam zu euch und wies euch den Weg der Gerechtigkeit, und ihr glaubtet ihm nicht; aber die Zöllner und Huren glaubten ihm. Und obwohl ihr's saht, reute es euch nicht, sodass ihr ihm danach geglaubt hättet."

 

Schließlich Jakobus 4, 17: "Wer nun weiß, Gutes zu tun, und tut's nicht, dem ist's Sünde."

 

Wiedergeborene bzw. Bibeltreue Christen betonen immer wieder, daß die Bibel angeblich keine Widersprüche habe. Sie nehmen alle Bibelstellen wörtlich, so auch Matthäus 5, 19, wo Jesus Christus sagt:
"Wer nun eines von diesen kleinsten Geboten auflöst und lehrt die Leute also, der wird der Kleinste heißen im Himmelreich; wer es aber tut und lehrt, der wird groß heißen im Himmelreich."
Was ist dann, wenn jemand ein großes Gebot aufhebt?
Jesus Christus wird einmal gefragt, was denn das größte Gebot sei. Lesen wir dazu Lukas 10, 27:
"Er antwortete und sprach: "Du sollst Gott, deinen HERRN, lieben von ganzem Herzen, von ganzer Seele, von allen Kräften und von ganzem Gemüte und deinen Nächsten als dich selbst.""
Was predigen konservative wiedergeborene Christen? Sie sagen, daß es nichts nützt, Gott anzubeten, man müsse Jesus Christus anbeten und ihn sogar bitten, daß er das Leben des Gläubigen in seine Hände nimmt und nach seinem Willen lenkt (Das nennt man die "Lebensübergabe"). Zudem müsse man eine "persönliche Beziehung" zu Jesus Christus haben. Katholiken, Evangelische und alle anderen, die nur an Gott glauben aber Jesus Christus nicht in einem Gebet als Erlöser angenommen haben, kommen nach Auffassung von konservativen Evangelikalen in die ewige Hölle und das sei auch noch so so gerecht!
Ebenso predigen sie wie schon erwähnt, daß praktizierte  Nächstenliebe niemanden vor der Hölle rettet, sondern nur der Glaube an den Herrn Jesus Christus!
Konservative wiedergeborenen Christen heben also nicht nur das kleinste der biblischen Gebote auf bzw. schränken sie stark ein, sondern die beiden größten!!! Was wird sie also ihrem eigenen Glauben zufolge nach dem Tod erwarten?

Nun, das ist ganz einfach: "Wer nun eines von diesen kleinsten Geboten auflöst und lehrt die Leute also, der wird der Kleinste heißen im Himmelreich; wer aber die größten aufhebt, wird der Größte heißen im Himmelreich!" (Offenbarung 666,13)  

 

Es sind jedoch nicht alle wiedergeborenen Christen angesprochen:

"Aber du hast etliche Namen zu Sardes, die nicht ihre Kleider besudelt haben; und sie werden mit mir wandeln in weißen Kleidern, denn sie sind's wert."

Es gibt sehr wohl einige bibeltreue Christen, die sozial engagiert sind und Nächstenliebe haben!

Viele Evangelikale aber haben aber nicht nur keine Werke, sondern wie schon angedeutet auch radikale Glaubensauffassungen. So glauben viele dieser "wahren Christen", daß Adolf Hitler in den Himmel gekommen wäre, wenn er sich kurz vor seinem Tode zu Jesus bekehrt hätte. Die Juden aber, die vergast wurden, und auch alle anderen nach Jesu Tod gestorbenen Juden, seien angeblich alle in der ewigen Hölle und das sei auch noch so gerecht!

Dies ist aber mit Sicherheit nicht das Evangelium Gottes, sondern das des Satans!

"Alle gute Gabe und alle vollkommene Gabe kommt von oben herab, von dem Vater des Lichts, bei dem keine Veränderung ist noch Wechsel von Licht und Finsternis." (Jakobus 1,17)

Ich möchte nicht falsch verstanden werden: Wie jede andere Gemeinde haben auch die Wiedergeborenen Christen ihre Stärken. So können Menschen, die schwere Schuld haben, im Gebet zu Jesus Christus kommen und Vergebung erhalten, auch wenn sie keine guten Werke mehr tun können (Bei Hitler war das, genauso wie bei Judas Ischariot, mit Sicherheit nicht mehr möglich)! Insbesondere okkult belastete Menschen können durch Jesus Christus völlig frei davon werden. Aber ich warne viele "wahre Christen" vor Lieblosigkeit, religiösem Hochmut und davor, allen Andersgläubigen die ewige Hölle zu wünschen!

Zur Ehrenrettung eines jeden wirklich wahren wiedergeborenen Christen, der die ewige Hölle auch für kleine Kinder und Holocaust-Juden als gerecht empfindet, der meint, daß gute Werke zu nichts nütze seien, und der keinerlei Mitleid mit Andersgläubigen hat, sei gesagt, daß er nicht nur einen einfachen, sondern einen doppelten Glauben hat: Er glaubt, daß er an Jesus glaubt!

 

Martin Wagner, 9.4.2021, letzte Änderung 28.6.2022

 

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