"Chemtrails" - Beweise, daß es sie nicht gibt

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Auf dieser Seite werden fast alle Chemtrails-Argumente mit aussagekräftigen Teleskopaufnahmen und rationalen Argumenten entkräftet!

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Anmerkung: Dieses Thema ist offenbar so interessant, daß mir sehr viele Leser darauf mailen. Sie dürfen dies sehr gerne tun und ich werde jede Mail beantworten! Um gewissen Fragen vorzubeugen: Ich bin nicht von der CIA oder so bezahlt sondern tue das in meiner Freizeit und wenn ich jemals ein echtes Sprühflugzeug fotografieren würde würde ich es wenige Stunden später hier veröffentlichen!  Mail: martin-wagner.org@web.de

 

Seit einigen Jahren gibt es eine neuartige Verschwörungstheorie, vor allem  im Internet: Die "Chemtrails" - Theorie. Danach sollen angeblich seit etwa 1995 vermehrt Düsenflugzeuge Barium- und Aluminiumverbindungen und feinste Kunststoffäden versprühen, um je nach Urheber der Theorie das Klima zu retten, das Wetter zu manipulieren und gar die Gedanken einzelner Personen in Zusammenarbeit mit der CIA mit elektromagnetischen Wellen zu manipulieren.

Nach Auffasung von Verschwörungstheoretikern versprühen diese Flugzeuge giftige Chemikalien

 

Wie sollen Chemtrails auf wundersame Weise immer größer werden? Erklärung: Es sind keine Chemtrails, sondern Eispartikel in nahezu mit Wasserdampf gesättigter Luft, die sich abkühlt und aus der Wasserdampf auskristallisiert (resublimiert)

Angeblich sollen Sprühungen plötzlich einsetzen und über Stunden beständige "Chemtrail-Cirren" entstehen lassen (20.5.2007).

Gegenargument: Erst sind die Kondensstreifen relativ dünn und werden dann immer dicker. Wie sollen sich Barium- oder Aluminiumverbindungen wie von Chemtrails-Verschwörungstheoretikern behauptet vermehren? Antwort: Das ist physikalisch unmöglich, aber eine fortlaufende Kondensierung (Korrekt: Resublimation) von Wasserdampf bei hoher Luftfeuchtigkeit ist die korrekte Erklärung.

 

Wer unter dem Stichwort "Chemtrails" im Internet sucht, findet beispielsweise folgende Behauptungen:

- "Chemtrails" seien contrails (Kondensstreifen) die mit Chemikalien versetzt sind.
-"Chemtrails" bestehen angeblich aus Kunststoffäden , in die gefährliche Barium- und Aluminiumverbindungen eingelagert sind.
- "Chemtrails" lösen sich nicht wie normale Kondensstreifen in wenigen Sekunden auf, sondern erst nach Stunden.
- "Chemtrails" sollen angeblich einen Schutzschild um die Erde legen, um den Treibhauseffekt zu bremsen.
- "Chemtrails" werden angeblich gezielt in schachbrettartigen Mustern versprüht, um mit elektromagnetischen Wellen des HAARP-Projekts in Alaska das Wetter und das Bewußtsein der Menschen zu manipulieren.
- "Chemtrails" dienen nach Auffassung anderer Autoren angeblich dazu, Wirbelstürme und Unwetter zu erzeugen und einen Wetter-Krieg zu führen (Wettermanipulation).
- "Chemtrails" sollen angeblich Wolkenformen  verursachen, die auf Fotos vor 1995 nicht zu sehen seien.
- Die Regierung, die Piloten, die sogenannten "Mainstream-Medien" und selbst Greenpeace wüßten das alles und verraten es nicht, um eine Panik zu vermeiden.
- Die WHO rechne wegen der "Chemtrails" mit 2 Milliarden Toten (vor allem Ältere und Asthma-Kranke), ohne "Chemtrails" würde die Menschheit wegen der UV-Strahlung angeblich in wenigen Jahrzehnten aussterben.
- Auch in Deutschland sein schon juckender spinnwebenartiger Chemtrails-Fallout gefunden worden 
- Mit esoterischen Energien und Symbolen ließe sich gegen Chemtrails vorgehen.

Es gibt mit Sicherheit vereinzelte Sprühflüge, z.B. um Silberjodid in trockenen Ländern in Regenwolken zu bringen. So hat z.B. der thailändische König Bhumibol bei einer Dürre festgestellt, daß es genug Wolken am Himmel gibt, um Regen zu geben. Diese wurden besprüht, so daß die Dürre beendet wurde, weshalb der König noch heute verehrt wird. Auch lassen Langstreckenflugzeuge vor einer Notlandung manchmal Kerosin ab. Auf Flugschaus werden farbige Rauchfahnen versprüht. Und auf Plantagen können sicher Pestizide versprüht werden. Aber versprühen ganz normale Verkehrsflugzeuge systematisch Gift?

 

Zunächst möchte ich anhand eigener Bilder darstellen, was "Chemtrails"- Theoretiker behaupten:

Behauptung der Verschwörungstheoretiker: Diese Bilder sind angeblich voller "Chemtrails" Die beiden oberen Flugzeuge versprühen angeblich Gift, das untere nicht. Im Hintergrund seien verwehte ältere "Chemtrails" zu sehen.

Erklärung: Die Flugzeuge fliegen aller Wahrscheinlichkeit nach in unterschiedlichen Höhen (ca.10-13km). Durch unterschiedliche Temperaturen und Luftfeuchtigkeiten lösen sich manche Kondensstreifen schneller auf als andere.

Obwohl auch bei mir öfters derartige massiv verbreiterte Kondensstreifen auftretren, habe ich den sogenannten "Chemtrails-Fallout" noch nie beobachtet.

Das Flugzeug links sei ein normales Flugzeug mit normalem Kondensstreifen, die anderen "Chemtrails". 

 
 
Das untere Foto zeigt, daß der kurzlebige (von mir beobachtet, Lebensdauer einige Sekunden) Kondensstreifen hinter dem Flugzeug in tieferen (wärmeren) Luftschichten liegt als der "Chemtrail" darüber.

Foto mit 500mm-Objektiv für 50 Euro - falls Sie auch solche Bilder machen wollen klicken Sie bitte hier.

 

Behauptung der Verschwörungstheoretiker:
"Chemtrails" werden angeblich in schachbrettartigen Mustern versprüht, um ein Netz am Himmel zu bilden.

Erklärung: Die Flugzeuge fliegen auf Luftstraßen. Diese können gegeneinander versetzt sein. Zudem können Höhenwinde Kondensstreifen verschieben, und wenn einige Minuten später auf der gleichen Flugroute wieder ein Flugzeug kommt bilden sich parallele Muster.

 

 

Hier sieht man 3 Kondensstreifen, die unterschiedlich alt sind und durch Höhenwinde verweht wurden.

 

Behauptung der Verschwörungstheoretiker: "Chemtrails" fangen abrupt an und hören abrupt auf (Bild), um bestimmte Gebiete gezielt zu besprühen.

Gegenargument: Unterschiedliche Regionen am Himmel können sich in Luftfeuchtigkeit und Temperatur ähnlich Wolken unterscheiden, so daß sich Kondensstreifen mal schneller und mal langsamer auflösen:

 

Auf diesem Foto sieht man 2 Kondensstreifen zweier Flugzeuge, die im Abstand von einigen Minuten parallel zueinander flogen. Das zweite habe ich selber beobachtet, als es am Kondensstreifen des ersten vorbeiflog. Offenbar flogen sie auf gleicher Höhe bei sehr ähnlichen Luftverhältnissen. Jedenfalls konnte ich beobachten, daß das 2. Flugzeug einen ganz normalen gleichförmigen Kondensstreifen hinterließ, der sich an manchen Stellen schneller, an anderen weniger schnell auflöste! 

 

Das folgende Foto ist wohl eines der ungewöhnlichsten, das ich je aufgenommen habe - ein absoluter Einzelfall.

Für Chemtrails-Theoretiker ist klar, daß hier ein "Chemtrail" versprüht und plötzlich beendet wurde. Das Foto ist in der Tat interessant, es ist zu vermuten, daß auch hier sich die Luftfeuchtigkeit spontan geändert hat (wie bei Wolke - Wolkenlücke - Wolke) und nur der Kernbereich der Kondensstreifen bestehen blieb. Selbst wenn es ein "Chemtrail" wäre - das Foto ist ein Einzelfall! Woher kommen die anderen "Chemtrails"?

Aufnahme vom 9.10.2005 mit 400mm-Objektiv

Am Sa, 25.8.2007 habe ich gegen 19:50 MESZ in Sonnenbühl-Genkingen bei klarem Himmel (nirgendwo "Chemtrails" zu sehen) beobachtet, wie ein Flugzeug einen schwachen Kondensstreifen hatte, der sich immer wieder abrupt auflöste und dahinter wieder entstand. Allerdings war die Luft so trocken, daß sich der gesamte Kondensstreifen nach wenigen Sekunden vollständig auflöste. Bei feuchter Luft hätte er über Stunden Bestand gehabt und die Chemtrails-Theoretiker hätten gesagt, daß das Flugzeug spontan sprühte und nicht sprühte. Einige Minuten kam auf der gleichen Flugroute ein weiteres Flugzeug, das den gleichen Effekt zeigte!  

Behauptung der Verschwörungstheoretiker: "Chemtrails" bestehen zum Teil aus Bariumoxid, das (als Nebeneffekt zur angeblich erwünschten lichtdämmenden Wolkenbildung) Kohlendioxid binden soll, um das Klima zu schützen.

Gegenargument: Das ist chemisch in den Mengen überhaupt nicht möglich, da sonst in etwa so viel Bariumoxid mitgenommen werden müßte, wie sich Treibstoff im Tank befindet. Dadurch würde das Flugzeug schwerer, was mehr Treibstoff erfordert usw. Außerdem muß das Bariumoxid mit viel Energie- und Kohlendioxid-Aufwand erst hergestellt werden!

Behauptung der Verschwörungstheoretiker: Die CIA würde mit der HAARP-Anlage in Alaska über "Chemtrails" das Wetter manipulieren und Wirbelstürme erzeugen.

Gegenfrage: Warum aber immer wieder in Florida oder New Orleans (Hurrikan Kathrina)???

Behauptung der Verschwörungstheoretiker: Die CIA würde mit der HAARP-Anlage in Alaska über "Chemtrails" das menschliche Bewußtsein manipulieren oder gar die Bevölkerung zu dezimieren!.

Gegenargument: Davon wären dann aber alle Menschen, auch Politiker und Militärs betroffen!

 

Nun möchte ich zusätzlich verschwörungstheoretische Behauptungen mit eigenem Bildmaterial zu entkräften versuchen, da sie manch einen Menschen verunsichern dürften:
 
Ich bin Physiker und Amateur-Astronom und habe ein 25cm-Newton-Spiegelteleskop. Ich mache beruflich Astronomiefotos und Flugzeugfotos. Mit meinem Teleskop habe ich bereits die Raumstation ISS fotografiert und kann bei ruhiger Luft bis zu 10cm große Details auf Flugzeugen problemlos erkennen. Die Auflösungsgrenze dürfte unter perfekten Bedingungen bei etwa 5cm liegen. Von Chemtrails-Theoretikern erwähnte und vereinzelt dokumentierte Sprühdüsen (Bild) für "Chemtrails" habe ich jedoch nie entdeckt! 
 
 
Flugzeug-Länge etwa 50m, als Berechnungsgrundlage der Größenverhältnisse
Unten eine gedrehte Ausschnittvergrößerung der unteren Tragfläche mit der Registrierung, die Buchstaben sind ca. 50cm hoch, die Striche etwa 10cm dick.
 
 
Ich habe schon Hunderte Flugzeuge fotografiert und habe noch nie eine gezielte Sprühaktion beobachtet - bis auf derartige Einzelfälle aus dem Heck:

 

 
 
Wie mir kompetente Luftfahrtexperten versicherten und wie man auch im Internet nachlesen kann ist dies entweder die sogenannte APU - die Auxiliary Power Unit (Hilfsenergieturbine am Heck) oder die Entleerung des Waschbeckens (aus dem hinteren Rumpf).

Hier das bisher extremste von mir fotografierte Flugzeug mit APU - Kondensstreifen:

ABER: Nahezu alle der sogenannten "Chemtrails-Sprühflugzeuge" zeigen keine derartige Aktivität.
Und: Ich habe solche Bilder gemacht, die keine "Chemtrails" verursachen! Das kann es also nicht sein.
 
Hier ein weiteres Flugzeug mit Entleerung des Waschbeckens:

Keine Chemtrails, sondern Entleerung des Waschbeckens

Ausschnittvergrößerung:

Der Kondensstreifen kommt aus dem Rumpf, wie teilweise von Chemtrails-Theoretikern behauptet wird (Bild). Aber: Selbst wenn es ein Chemtrail wäre - nur ca. 1 von 100 Flugzeugen zeigen so etwas - und auch nur sporadisch. Für eine massenhafte Besprühung reicht das nicht!

Nahezu an jedem größeren Flughafen fotografieren fast täglich Flugzeugfotografen (Spotter) den an- und abfliegenden Flugverkehr. Wenn es Flugzeug-Sprühdüsen gäbe dann würden diese von den Spottern entdeckt.

 
Entwicklung eines Kondensstreifens wenige Sekunden nach dem Flugzeug-Transit:  
Man könnte meinen, daß sich in der Mitte "Chemtrails" abspalten. 
Doch diese Abspaltungen gibt es bei kurzlebigen Kondensstreifen auch.

 

Entwicklung zweier sich kreuzender Kondensstreifen im Laufe weniger Sekunden im Teleskop (40-fache Vergrößerung):

 

 

Manchmal hinterlassen Flugzeuge auch sehr seltsame Kondensstreifen, wie diese Boeing 747:

Der Kondensstreifen hielt sich wenige Minuten z.T. in bizarren Formen, löste sich aber dann komplett auf. Die Fotos wurden Anfangs im Abstand von ca. 1s gemacht, später ca. 3-10s. Die komplette Sequenz umfaßt einen Zeitraum von 1min 42s. 

 

In der Chemtrails - Szene kursieren manchmal auch Bilder von sehr eigentümlichen Wolken wie diese natürlich entstandenen Mammatus-Wolken, die dann als angeblicher Beweis für Chemtrails herhalten sollen.

 

Beobachtung: Kondensstreifen entstehen fast nie sofort hinter dem Triebwerk, sondern nahezu immer erst später! 

Wenn Chemtrails, wie es das sogenannte "Welsbach-Patent" sagt, aus den Triebwerken kommen würden und Aluminium- oder Barium- Oxid, das angeblich als Anti-Treibhauseffekt - Mittel oder als "Resonator" für elektromagnetische Wellen des HAARP-Projekts dienen soll, enthalten würden, dann würde das Aluminium- oder Bariumoxid-Pulver SOFORT hinter dem Triebwerk als dicker weißer Strahl zu sehen sein, da es auch in der Hitze ein weißes Pulver ist! Die Tatsache, daß der Kondensstreifen erst einige Zeit später entsteht BEWEIST, daß es sich um kondensierten bzw. resublimierten Dampf handelt. Auf diesem Bild der NASA sieht man in der Tat ausnahmsweise eine echte Sprühaktion zur Untersuchung des Strömungsverhaltens des Flugzeuges (echter Chemtrail!). Allerdings habe ich so etwas bei uns noch nicht beobachtet, egal ob dicker oder dünner Kondensstreifen. Und: Wenn Sie schon mal geflogen sind und hinter der Tragfläche saßen - haben Sie schon so etwas gesehen?

Falls, wie manche behaupten, organische Polymerflüssigkeiten aus den Triebwerken kämen, die sich hinter dem Flugzeug zu Polymerfäden verbinden, dann wären die entweder auf dem Bild zu sehen oder aber sie wären nur organisch und nichtleitend, können also keinesfalls als Resonator für das Haarp-Projekt dienen! Die "schachbrettartigen Muster" sind somit unbedeutend.  

Ich habe bisher ca. 2500 Bilder von Flugzeugen gemacht und nur in extrem seltenen Fällen einen Kondensstreifen unmittelbar hinter dem Flugzeugtriebwerk gesehen - der war dann sehr schwach und wurde erst dahinter stärker!

Es gibt natürlich auch Fälle, bei denen wegen der hohen Luftfeuchtigkeit bzw. der niedrigen Temperatur der Kondensstreifen fast sofort hinter dem Flugzeugtreibwerk erscheint. Aber auch hier ist der Strahl erst durchsichtig (Wasserdampf) und dann erst kommt eine dicke Spur.

Ein hochaufgelöstes Bild sehen Sie hier!

In seltenen Ausnahmefällen ( ca. 1%) fängt der Kondensstreifen sogar noch dichter am Triebwerk an:

British Airways Boeing 747 am 3.5.2008  

Allerdings sieht man auch hier, daß die weiße Farbe des Kondensstreifens hinter dem Flugzeug deutlich intensiver wird als direkt am Triebwerk. Diese British Airways Boeing 747 hinterließ einen etwas stabileren Kondensstreifen, aber keinen fetten "Chemtrail".

NOCH WAS:

Wenn es so wäre, daß man zwischen Sprühflugzeugen und Nicht-Sprühflugzeugen unterscheiden könnte, gäbe es genau 2 Arten von Kondensstreifen: kurze normale "contrails", die nach Sekunden weggehen und lange künstliche giftige "Chemtrails", die über Stunden bleiben. Wenn Sie den Himmel genau beobachten, dann werden Sie aber sehen, daß es beliebig viele Zwischenstufen gibt! Es gibt Flugzeuge, die selbst in Reiseflughöhe keinen Kondensstreifen haben, bis hin zu solchen, deren Kondensstreifen über viele Stunden bleiben - und alles Mögliche dazwischen!  

 

Militärische Tankflugzeuge

Von Chemtrails-Theoretikern wird auch behauptet, daß militärische Boeing KC-135-Flugzeuge systematisch Chemtrails versprühen (Bild). Ich habe bisher sicher 1000 Verkehrsflugzeuge im Teleskop beobachtet aber nur eine KC-135, und zwar am 12.7.2005. Und diese hatte  - wie man sieht - keine Chemtrails versprüht!

 

Es kursieren spektakuläre Bilder aus dem Inneren von Flugzeugen mit Tanks im Internet, die angeblich beweisen sollen, daß Chemtrails gesprüht werden. Dabei handelt es sich jedoch um Testversuche mit Wassertanks, welche Passagiere simulieren sollen.

Weiterhin wird behauptet, daß nachts besonders viele Sprühflugzeuge fliegen. Da ich beruflich astronomisch tätig bin und etliche -zig Nächte im Jahr bei klarem Wetter draußen bin, müßte ich das mitbekommen. Tatsache ist, daß zumindest bei uns nachts deutlich weniger Flugzeuge fliegen als tagsüber. Von Chemtrails-Sprühungen habe ich dabei zum Glück nichts bemerkt, da diese den Sternenhimmel vernebeln würden.

Ein weiteres Argument ist, daß Sprühflugzeuge oft in nur 6000m Höhe fliegen. Wenn dem so wäre, wären die im Teleskop doppelt so groß wie Flugzeuge in 12000m! Ich habe zwar schon tieffliegende Flugzeuge im Landeanflug im Teleskop gesehen und fotografiert - aber stets ohne Kondensstreifen!

Ich habe bisher mit 3 Verkehrspiloten (B747, B737, verschiedene Airbusse) Kontakt aufgenommen, ob sie etwas über Chemtrails-Versprühungen wissen. Alle haben mir glaubhaft versichert, daß sie davon nichts wissen und daß sie keinesfalls irgendwelche Sprühungen durchführen.

Ein Chemiker, der auf meine Internetseite gelangt ist, hat mir erklärt, wie es kommt, daß angeblich Barium und Aluminium in der Atmosphäre gefunden wird. Aluminiumverbindungen sind in der Erdkruste extrem weit verbreitet, sie müssen zwangsläufig bei chemischen Analysen auftauchen! Und Bariumverbindungen können durch Feuerwerkskörper oder Stratosphären-Forschungsraketen in die Umwelt gelangen. Der Chemiker hat mit hochempfindlichen Plasma-Meßverfahren herausgefunden, daß die Barium-Konzentration an seinem Standort nicht erhöht ist. Barium und Strontium sind nämlich in der Erdkruste im gleichen Verhältnis vorhanden!

Angeblich sollen "Chemtrails" schillernde Lichtspiegelungen (Chembows - Bild) am Himmel verursachen. Diese sind in Wirklichkeit Irisierende Wolken (zahlreiche phantastische Beispiele hier und in der Google Bildersuche (noch mehr hier!)) oder eventuell Nebensonnen, wie ich sie während der Sonnenfinsternis 1996 beobachten konnte:

Ein mit angeblichen "Chemtrails" "besprühter" Himmel war also schon 1996 normal...

Nebensonnen und Irisierende Wolken kommen auch ohne Sonnenfinsternis vor.

 

Ungewöhnliche Beobachtungen

Bei dieser intensiven fotografischen Tätigkeit kann es durchaus passieren, daß man ungewöhnliche Flugobjekte aufnimmt wie hier am 9.10.2005:

Bei näherem Hinsehen: Offenbar 2-3 Luftballons!? 

Was das hier ist weiß ich nicht sicher - offenbar ein Wetterballon - es hinterläßt zumindest keinen "Chemtrail":

Ausschnittvergrößerung:

 

Zu guter Letzt: Chemtrails-Theoretiker behaupten, daß es vor 1995 noch keine Sprühflüge gegeben habe und daß es auf älteren Fotos derartige Wolkenformationen nicht gäbe!

Dieses Foto stammt jedoch vom Herbst 1986, als ich in Südtirol im Schullandheim war. Meine Klassenkameraden habe ich aus Datenschutz-Gründen schwarz markiert. Der Junge fast rechts bin ich. Im Hintergrund sieht man typische "Chemtrails" - Kondensstreifen und "Chemtrails"-Cirruswolken, die es - so die Verschwörungstheoretiker - damals gar nicht geben durfte, sondern erst seit 1995!

Womit die Basis der "Chemtrails"-Theorie entkräftet wäre...

Sollte sich durch systematische Analysen von älteren Himmelsaufnahmen herausstellen, daß in der Tat in den letzten Jahren längere stabile Kondensstreifen zugenommen haben, könnte das daran liegen, daß der Militär - Flugzeugtreibstoff JP-4 seit 1995 zunehmend durch den schwerer entflammbaren JP-8 ersetzt wird: JP-8 - Wikipedia. Auch in der zivilen Luftfahrt gab es offenbar Änderungen. Eine andere mögliche Erklärung könnte sein, daß eventuell mehr Flugverkehr in größeren Höhen ist, die tiefere Temperaturen und höhere Luftfeuchtigkeiten haben, was langanhaltende Kondensstreifen begünstigt.

Tatsache ist auf jeden Fall, daß der Flugverkehr stetig zunimmt. Man schätzt, daß er sich in den letzten 20 Jahren in etwa verdoppelt hat. Daher ist das vermehrte Auftreten von Kondenssteifen unabdingbar!

 

Fazit: Es gibt mit Sicherheit vereinzelte Sprühflüge, z.B. um Silberjodid in trockenen Ländern in Regenwolken zu bringen. Auch lassen Flugzeuge bei einer Notlandung manchmal Kerosin ab. Die Rauchfahne des Space Shuttles ist ein echter "Chemtrail" aus Aluminiumoxid. Bei Flugschaus versprühen Flugzeuge Rauchfahnen. Von einer großflächigen Besprühung mit "Chemtrails" aus Flugzeugen kann jedoch keine Rede sein!

Was die Fotos mit dem Teleskop betrifft, so sind alle Bilder in 72820 Sonnenbühl bei Reutlingen / Stuttgart aufgenommen worden. Theoretisch könnte es natürlich sein, daß irgendwo anders Chemtrails versprüht werden. Allerdings sehe ich ja auch bei mir die beobachteten Phänomene so daß das - bis auf irgendwelche Testversuche - eher unwahrscheinlich ist.

Falls Sie ein geeignetes Teleskop für rund 1000 Euro erwerben wollen um eigene Bilder zu machen gebe ich Ihnen gerne hier kostenlose Tips!

Was mich besonders interessiert sind Berichte über angeblichen "Chemtrails-Fallout". Sollten Sie dieses angebliche Phänomen erlebt haben dokumentieren Sie es bitte mit Fotos, Film, Datum und Uhrzeit und mailen Sie mir! Bitte sammeln Sie auch ev. mit Handschuhen eine Probe in einem Plastikgefäß ein. Ich kenne einen Experten der "Fallout" analysieren kann.

Sie können für 18 Euro + 1,50 Euro Porto (2,00 Ausland) eine "Chemtrail"-CD bei mir erwerben, auf der nahezu alle meiner Fotos mit dem Teleskop in maximaler Auflösung (3072x2048 Pixel) zu sehen sind. Es sind über 2000 Bilder von weit über 300 verschiedenen Flugzeugen von Juli 2005 bis Mai 2007 - ohne weitere Beschreibungen, das Datum ist meist im Dateinamen. Es wurden keinerlei "verdächtige" Aufnahmen entfernt. Mail: martin-wagner.org@web.de 

 

Zu guter Allerletzt: Wenn Sie kräftig über esoterische Chemtrails-Schutzsymbole schmunzeln wollen sind Sie hier richtig!

 

Martin Wagner, 29.4.2007, letzte Änderung am 8.5.2008

 

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